#16

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 08.01.2013 20:06
von Beatler90 • Lichtgestalt | 705 Beiträge

Zitat von Soulcialism im Beitrag #15


1. Warum "besonders in Deutschland"? Was war hier anders als z. B. in Dänemark oder der Schweiz?
2. Nein, es ist keine "Glaubensfrage", sondern eine Frage der Definition - und Deine, die offensichtlich nur darauf abhebt, nicht Mainstream gewesen zu sein, ist definitiv zu weit.
3. Dein letzter Satz mit dem Unbewußtsein macht es endgültig absurd: MOD hat sich eindeutig durch sehr präzise und sehr bewußte ästhetische Standards und Regelungen ausgezeichnet.


1. Weil Mod in den 60ern hier in Deutschland definitiv nicht die riesen Nummer war und weil wir hier doch von 'Mods in Deutschland Anfang der 60er'' reden, oder etwa nicht?!

2. Habe ich je mit auch nur einem Satz behauptet, dass Mod lediglich bedeutet nicht Mainstream zu sein? Ich bitte Dich. Dann könnten wir genauso gut Punks oder Skins sein.

3. Das sicher, aber ich meinte damit, dass diese jungen Menschen viele dieser Standards und Regelungen vermutlich unbewusst gelebt haben, ohne sich je bewusst zu sein, dass sie damit der Modkultur sehr nahestehen - so hoffentlich besser ausgedrückt?


Look, I don't wanna be the same as everybody else. That's why I'm a Mod, see? I mean, you gotta be somebody, ain't ya, or you might as well jump in the sea and drown. (Jimmy Cooper, Quadrophenia)

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#17

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 08.01.2013 20:58
von Berry65 • Lichtgestalt | 946 Beiträge

ich versuche mal heraus zu bekommen, ob ihr vater und seine freunde sich selber als mods gesehen haben, bzw. überhaupt etwas über mod wussten. und wenn nicht, ob sie sich irgendeiner szene zugehörig fühlten.
das thema habe ich absichtlich so genannt, um um die fotos herum mal wieder eine diskussion in gang zu bringen, was ja funktioniert hat


http://www.berry65.de
http://www.soulonely.de
http://www.swinging-kleve.de

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#18

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 09.01.2013 17:24
von Checkmate | 73 Beiträge

...ich denke das man den Zeitgeist nicht ausser acht lassen sollte. Nicht jeder in den 70ern mit langen Haaren und Batik Klamotten war ein Hippie oder oder oder....Das war halt Mode und aus dem Subkulturellen entstehen halt Mainstreet Moderichtungen. So bei Punks, Poppern und auch bei Mods.
Von meinen Eltern , Baujahr 42 und 47, gibt es wahnsinnig coole Fotos aus den 60ern. Von Mods haben sie aber noch nie gehört...Vielleicht gab es einen deutschen Ausdruck dafür, englische Begriffe waren ja bei weitem nicht so verbreitet....wie bei Jeans und Nietenhose, oder so.

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#19

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 10.01.2013 08:54
von MrHyde • Modernist | 130 Beiträge

[quote=Checkmate|p5815Von meinen Eltern , Baujahr 42 und 47, gibt es wahnsinnig coole Fotos aus den 60ern. Von Mods haben sie aber noch nie gehört...Vielleicht gab es einen deutschen Ausdruck dafür, englische Begriffe waren ja bei weitem nicht so verbreitet....wie bei Jeans und Nietenhose, oder so.[/quote]

Meine Schwiegereltern lebten Mitte/Ende der 60er in den USA. Auch von ihnen gibt es Fotos, "da legst Du die Ohren an". Das geht schon so in Richtung Freakbeat. Aber wenn man die nach Mod oder überhaupt Subkultur frägt, dann herrscht nur ratloses Schulterzucken - insofern hast Du mit Zeitgeisterscheinung sicherlich recht.

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#20

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 10.01.2013 16:02
von Justin Beaver • Forumsgott | 3.112 Beiträge

Erstmal, tolle Fotos, Berry! Vielen Dank!


Zitat von Soulcialism im Beitrag #15
Zitat von Beatler90 im Beitrag #14
Das ist jetzt wieder eine Glaubensfrage. Ich glaube es gab besonders in Deutschland sehr viele Mods, die gar nicht wussten, dass sie welche waren, da sie gar nicht wussten, dass so etwas existiert.


1. Warum "besonders in Deutschland"? Was war hier anders als z. B. in Dänemark oder der Schweiz?
2. Nein, es ist keine "Glaubensfrage", sondern eine Frage der Definition - und Deine, die offensichtlich nur darauf abhebt, nicht Mainstream gewesen zu sein, ist definitiv zu weit.
3. Dein letzter Satz mit dem Unbewußtsein macht es endgültig absurd: MOD hat sich eindeutig durch sehr präzise und sehr bewußte ästhetische Standards und Regelungen ausgezeichnet.






Oy vey!

Ja, Soulcalism...

Mod lässt sich schon sehr präzise definieren!

ALLERDINGS... und da kann ich Beatlers Äußerungen dann auch irgendwie nachvollziehen... war es ja ein recht langwieriger Prozess, der zur Entstehung dieses Phänomens (dieser Szene/ Jugend(sub)kult(ur)/ Bewegung... wie auch immer man "Mod" nun definieren will) geführt hat.

Mod - im engeren Sinne - ist etwas, das sicherlich nur im England der frühen Sechziger Jahre existiert hat, vielleicht auch in den späten Fuffzigern, vielleicht auch im Norden bis Ende der Sechziger, wenn man den Norden überhaupt mitzählen will. Für manche zählt wohl nur London und ein paar Ecken an der Küste.

ABER: Mit den Schlagzeilen 1964, mit den Modbands a la Who und SF, über die ja auch Teenieblätter wie die Bravo schrieben, wurde der britische Modkult natürlich auch international bekannt, und hat bestimmt auch hierzulande Anhänger gefunden. Mir ist zwar nichts über Solinger oder D#dorfer Mods der 60s bekannt, aber es wird wohl vergleichbares gegeben haben.
Ähnliches zumindest hat es sicherlich gegeben. Die vielzitierten EXIS in HH und anderswo, die Minets in Paris usw... Und smartgekleidete Jazz- oder Beatfans gab's sicher überall. Man findet ja auch auf deutschen Flohmärkten R&B, Soul oder Skascheiben. Roller waren auch beliebt....

Kurz: Auch wenn du mit allen Punkten recht haben magst, was die Fotos betrifft, finde ich die schon verdammt cool, und es spielt meines Erachtens nicht mal eine große Rolle, ob die Leute auf den Fotos sich als Mods bezeichnet haben....


If attending a teenage party, or in fact one of any other kind, I’d naturally wear my sharpest, coolest ensemble - possibly even my ivy-league outfit a GI got for me last year from his PX.

Young, good looking, crew cut, Ivy League, advertising exec type fruit holds the door back for me. I am evidently his idea of a character …

I wear ivy league jackets, white buckskin shoes// so many tickets down the scene honey....

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#21

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 10.01.2013 16:36
von Justin Beaver • Forumsgott | 3.112 Beiträge

Junge Jazzfans wäre vielleicht etwas treffender gewesen.

Der Modbezug kommt hier im Forum bei den Titeln der Threads manchmal etwas krampfhaft "daherkonstruiert" rüber, beim Britpopthread z.B.... Auch auch eBay wird das M-Wort inflationär verwendet...

Wie dem auch sei, die Fotos find ich super. MEHR DAVON!



Hat jemand noch Fotos dieser berühmten Berliner R&B-Kombo?



Sicher auch nicht Mod im engeren Sinne...


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zuletzt bearbeitet 10.01.2013 16:53 | nach oben springen

#22

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 12.01.2013 00:37
von MODern Talking | 328 Beiträge

der hier war auch so was wie ein Mod, allerdings erst später in den Sechzigern. Später bis heute singt er in einer Rockband. Scheußliche Musik, aber abartige Show und Stimme:

http://www.augsburgwiki.de/index.php/Aug.../LangnerManfred

Und in den 80ern hat er mir meine erste Jam-Platte empfohlen und verkauft ...


zuletzt bearbeitet 12.01.2013 00:38 | nach oben springen

#23

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 14.01.2013 09:08
von MrHyde • Modernist | 130 Beiträge

Ja, die Musik von Salvation Road ist natürlich nicht Mod-Kompatibel, wenn man mal von den Who/SF/Kinks-Covers absieht - aber Manni's Plattenladen ist Kult.

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#24

RE: Mods in Deutschland Anfang der 60er

in The Scene 16.01.2013 16:12
von Justin Beaver • Forumsgott | 3.112 Beiträge

ob ihr's glaubt oder nicht, den Plattenladen und den Typ kenn ich sogar, hab da bei einem kurzen Aufenthalt mal ein paar Singles gefunden, Beatkram und bissi R&B... kann mich sogar an den Bandnamen erinnern, vage....

Wäre aber auch nie auf die Idee gekommen, den Herrn mit Mod zu verbinden oder auch nur ihn darauf anzusprechen....


Ich würde aber auch nicht die Boots als Modband verstehen. Die haben halt R&B gespielt. Die Londoner Bands aus der R&B-Szene waren schließlich auch nicht unbedingt Modernisten, sei es was den Look betrifft oder auch den Musikstil oder dass sie sich so bezeichneten. Natürlich standen viele junge Mods auf die Musik der Stones, Pretty Things oder Yardbirds, wirklich konsensfähig oder allseits beliebt waren allerdings wohl nur Leute wie Georgie Fame oder Zoot Money mit ihren Orgeln und Horn Sections... und in diesem Sinne waren dann auch die langhaarigen Gitarrenbands "Modbands".

Wobei man natürlich hinzufügen sollte, dass Charlie Watts, BEVOR er bei den Stones mitmischte, Jazzdrummer war... Sein großes Idol war übrigens der Cool-Jazz-Schlagzeuger Shelly Manne:

http://www.operarex.com/Juan%201/J1217.jpg

Und auch bei den Stones war Charlie meistens ziemlich smart.

Eric Clapton bei den Yardbirds hab ich ja oft genug erwähnt. Aber das sind wohl Ausnahmen.

Allgemein kann man wohl schon festhalten, dass die Leute auf deren Musik die Mods standen, selbst nicht unbedingt Mods waren. Zumindest war das der Fall bis Pete Meaden das Marketing-Potential einer "authentischen Modband" erkannte und den Who ein entsprechendes Image vermittelte und sie kurzfristig in High Numbers umtaufte. Lambert/ Stamp, die dann das Management der Band übernahmen, behielten zumindest anfangs so manche von Meadens Vorstellungen. Dann kamen die Small Faces, die Action usw. aber bis 1964 gab es so etwas wie offizielle Mobands nicht...



Naja, schwer vom Thema weggekommen... Mod in Deutschland? Hab ich echt nicht viel zum Thema...

Aber wo wir schon bei Mod außerhalb UK waren:



1966 Ebony mag

http://forums.filmnoirbuff.com/viewtopic.php?id=12878


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